xperients logo
Menu
Beitrag teilen:
webdesign-insights

Alt-Tags richtig einsetzen: Ihre Anleitung für bessere SEO und Barrierefreiheit

xperients digitalagentur serhat
Serhat Kaya
Zuletzt aktuallisiert: 7. April 2025
Stellen Sie sich vor, Sie sehen ein beeindruckendes Kunstwerk, aber es gibt keine Beschriftung dazu. Sie wissen nicht, was es darstellt oder welche Bedeutung es hat. Genauso geht es Suchmaschinen und vor allem Nutzern mit Sehbeeinträchtigung, wenn Bilder auf Ihrer Website ohne aussagekräftige Alt-Tags bleiben.

Ein Bild kann tausend Worte sagen – aber nur, wenn es richtig „übersetzt“ wird. Alt-Tags sind genau diese Übersetzung: Sie machen visuelle Inhalte nicht nur für alle Nutzer zugänglich, sondern geben auch Suchmaschinen den nötigen Kontext, um Ihre Inhalte besser zu verstehen.

Doch wie schreibt man eigentlich einen guten Alt-Tag? Was ist zu viel, was zu wenig? Welche typischen Fehler sollten Sie vermeiden – und welche Best Practices bringen Ihre Bilder in den Rankings ganz nach oben?

In dieser Anleitung erfahren Sie, wie Sie Alt-Tags richtig einsetzen.

Was sind Alt-Tags? Die Definition

Alt-Tags (auch „Alt-Attribute“ oder „Alternativtexte“ genannt) beschreiben Bilder auf einer Website und gewährleisten, dass deren Inhalt auch ohne visuelle Darstellung verständlich bleibt.

Wozu wird das Alt-Attribut benötigt?

Das Alt-Attribut erfüllt zwei zentrale Funktionen:

1. Barrierefreiheit:

Menschen mit Sehbehinderungen nutzen Screenreader, die ihnen Webseiten-Inhalte vorlesen.

Ohne eine aussagekräftige Alt-Beschreibung bleibt der Nutzer im Dunkeln – ähnlich wie ein Radiosprecher, der plötzlich verstummt, während er ein wichtiges Ereignis beschreibt. Alt-Tags gewährleisten, dass jeder Website-Besucher die gleiche Menge an Informationen erhält.

Wenn Sie tiefer in die Anforderungen an barrierefreie Inhalte einsteigen möchten, finden Sie in unserem Beitrag „Die 7 wichtigsten WCAG-Richtlinien für barrierefreie Websites“ eine verständliche Einführung in die zentralen Standards.

2. SEO-Optimierung:

Suchmaschinen wie Google sind mittlerweile in der Lage, Bilder mithilfe künstlicher Intelligenz direkt zu analysieren. Sie erkennen Inhalte wie Objekte, Farben, Texte im Bild und sogar Markenlogos.

Dennoch spielen Alt-Tags nach wie vor eine zentrale Rolle in der Suchmaschinenoptimierung. Alt-Texte liefern zusätzlichen Kontext und helfen Google dabei, den Bildinhalt besser einzuordnen – besonders für die Bildersuche.

Best Practices: Alt-Tags Tipps für optimale Ergebnisse

beispielbild einer katze mit falscher alternativbeschreibungbeispielbild einer katze mit richtiger alternativbeschreibung

Gute Alt-Tags zu erstellen, ist leichter, als Sie denken. Damit Ihre Bilder sowohl für Menschen als auch für Suchmaschinen optimal verständlich sind, sollten Sie folgende Punkte bei der Bildbeschreibung beachten:

  • Kurz und prägnant:
    Ein optimaler Alt-Tag beschreibt den Bildinhalt so genau wie nötig und gleichzeitig so knapp wie möglich. Idealerweise liegt die Länge unter 125 Zeichen. Vermeiden Sie Füllwörter wie „Bild von“ oder „Grafik von“.

    Beispiel: Statt „Ein schönes Bild von einem Sonnenuntergang am Meer“ wäre besser „Sonnenuntergang über ruhigem Meer mit roten Wolken“.

  • Keyword-Einsatz, aber gezielt:
    Verwenden Sie relevante Keywords, wenn sie Bilder sinnvoll beschreiben und für den Nutzer Mehrwert bieten. Setzen Sie sie dort ein, wo sie den Inhalt natürlich ergänzen, z. B. bei Produktbildern oder thematisch relevanten Grafiken.

    Verwenden Sie Keywords dabei nicht inflationär, da dies sowohl für Nutzer als auch für Suchmaschinen unnatürlich wirkt und negativ bewertet werden kann.

    Beispiel: Ein sinnvoller Alt-Text für ein Produktbild könnte sein: „Herren-Sneaker aus Leder, schwarz, mit weißer Sohle“ anstatt „Schuhe Herren Sneaker Leder kaufen schwarz günstig“.

  • Passender Kontext:
    Alt-Tags sollten den umliegenden Text ergänzen und sich harmonisch in den Inhalt der Seite einfügen. Beschreiben Sie das Bild so, dass es den Mehrwert des gesamten Inhalts unterstützt.

    Beispiel: Wenn ein Artikel über nachhaltige Mode berichtet, sollte der Alt-Text eines Fotos von recycelten Schuhen diesen Aspekt aufgreifen: „Recycelte Sneaker aus nachhaltigen Materialien in urbaner Umgebung“.

  • Detailgrad abhängig vom Bildtyp:
    Für einfache Bilder reichen knappe Beschreibungen, aber komplexe Grafiken oder Diagramme benötigen detaillierte Alt-Texte oder ergänzende Bildunterschriften.

    Beispiel: Ein Diagramm könnte z. B. so beschrieben werden: „Balkendiagramm zeigt Umsatzsteigerung von 15 % im Vergleich zum Vorjahr“.

  • Den User im Blick haben:
    Überlegen Sie sich, welche Informationen jemand benötigen würde, der das Bild nicht sehen kann. Welche Details sind wichtig? Welche Emotion oder Botschaft soll vermittelt werden?

    Beispiel: Ein Alt-Tag für ein Pressebild könnte z. B. lauten: „CEO von Firma Mustermann hält Keynote auf Technologie-Konferenz in Berlin“.

Bonus-Tipp: Aussagekräftige Dateinamen für bessere SEO

Nicht nur der Alt-Attribute helfen Suchmaschinen, den Bildinhalt zu verstehen – auch der Dateiname eines Bildes spielt eine Rolle für die SEO. Standardnamen wie IMG_1234.jpg oder bild1.png liefern keinerlei Kontext. Verwenden Sie stattdessen beschreibende, keyword-relevante Dateinamen, die den Inhalt des Bildes widerspiegeln – idealerweise mit Bindestrichen zur besseren Lesbarkeit.

Beispiele:

  • Schlecht: bild1.jpg, DSC_0042.png
  • Gut: herren-sneaker-schwarz-leder.jpg, recycelte-schuhe-urban-style.png

Achten Sie darauf, keine Umlaute, Sonderzeichen oder Leerzeichen zu verwenden und relevante Keywords nicht zu überladen.

Tipp: Wenn Sie Ihre Bilder vor dem Upload benennen, sparen Sie sich später Arbeit und verbessern die Auffindbarkeit Ihrer Inhalte in der Bildersuche von Google.

Alt-Texte in sozialen Medien

Soziale Medien sind ein essenzieller Bestandteil unseres digitalen Alltags. Millionen von Menschen konsumieren täglich visuelle Inhalte, doch nicht alle können diese in gleicher Weise erfassen.
alt tags in social media
Alt-Tags sind eine einfache Möglichkeit, um Bilder in sozialen Medien barrierefrei zugänglich zu machen und auch Menschen mit Sehbehinderungen die Teilhabe an digitalen Inhalten zu ermöglichen.

Auf nahezu allen großen Social-Media-Plattformen ist es möglich, Alt-Tag für Bilder und Grafiken zu hinterlegen. Dabei folgt der Prozess oft einem ähnlichen Muster: Beim Hochladen eines Bildes gibt es eine Option zur Eingabe eines Alternativtextes, der den Bildinhalt beschreibt.

Die meisten Plattformen erlauben auch das nachträgliche Hinzufügen oder Editieren von Alt-Beschreibungen. Falls eine Plattform keine direkte Alt-Tag-Funktion anbietet, kann der Inhalt des Bildes in der Bildbeschreibung oder im Beitragstext erläutert werden.

Best Practices für Alternativtexte in sozialen Medien

  • Emotionen und Kontext berücksichtigen:
    Besonders in sozialen Medien geht es oft um Storytelling – Alt-Texte sollten dies reflektieren.
  • Automatisch generierte Alt-Texte vermeiden:
    Diese sind häufig ungenau und bieten keinen echten Mehrwert.
  • Plattform-spezifische Zeichenlimits beachten:
    Einige Netzwerke begrenzen die Länge von Alt-Texten (meist 100 Zeichen) – nutzen Sie den Platz effektiv.

Durch die konsequente Nutzung von Alt-Tags in sozialen Medien verbessern Sie die Barrierefreiheit und ermöglichen es Menschen mit Sehbeeinträchtigungen, aktiv an Online-Diskussionen teilzunehmen.

Dies trägt nicht nur zu einer inklusiveren Community bei, sondern fördert auch die Interaktion und das Engagement, da Inhalte für eine größere Nutzergruppe verständlich und zugänglich werden. Zudem verbessert sich die Sichtbarkeit in der Google Bildersuche, was langfristig die Reichweite und den Erfolg Ihrer Beiträge steigern kann.

Häufige Fehler bei der Nutzung von Alt-Attributen

Es treten häufig Fehler bei der Nutzung der Alt-Attribute auf, die sowohl die Nutzererfahrung als auch die Sichtbarkeit beeinträchtigen können. Hier sind die gängigsten Stolpersteine – und wie Sie sie vermeiden:
auswirkungen von fehlenden alt tags

1. Fehlende Alternativtexte

Folgen:

  • Keine Informationen für Screenreader-Nutzer
  • Bilder werden nicht von Suchmaschinen indexiert

Beispiel:
Produktbilder ohne Alt-Texte im Onlineshop sind für blinde Nutzer unbrauchbar und erscheinen nicht in der Google-Bildersuche.

Lösung:

Jedem relevanten Bild einen präzisen Alternativtext geben.

2. Allgemeine oder nichtssagende Beschreibungen

Folgen:
Nutzer und Suchmaschinen verstehen die Bilder nicht.

Beispiel:
Ein Fitnessbild mit dem Alt-Attribut „Sport“ bietet zu wenig Kontext.

Lösung:
Alt-Texte präzise und kontextbezogen formulieren.

3. Keyword-Stuffing

Folgen:

  • Google stuft die Seite ab
  • Nutzer empfinden Texte als unnatürlich

Lösung:
Verwenden Sie natürliche, aussagekräftige Alt-Texte.

4. Alt-Texte bei dekorativen Bildern

Folgen:

  • Screenreader geben unnötige Informationen aus
  • Nutzererfahrung wird beeinträchtigt

Beispiel:
Ein dekorativer Hintergrund benötigt keinen beschreibenden Alt-Text.

Lösung:
Bei dekorativen Bildern ein leeres Alt-Attribut nutzen (alt="").

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur perfekten Alt-Tag Implementierung

So gelingt Ihnen die Einbindung von Alt-Tags unkompliziert und effektiv:
schritte fuer optimale alt tags

1. Alle Bilder überprüfen:

Identifizieren Sie sämtliche relevanten Bilddateien auf Ihrer Website. Relevante Bilder sind alle, die Inhalte vermitteln, Nutzer informieren oder eine zentrale Funktion für die User Experience erfüllen. Dazu gehören:

  • Produktbilder:
    Falls die Seite einen Online-Shop betreibt, sind Produktbilder essentiell, da sie den Nutzer visuell informieren.

  • Infografiken und Diagramme:
    Diese enthalten oft wichtige Informationen, die im Alt-Text beschrieben werden sollten.

  • Bilder mit Textinformationen:
    Falls ein Bild Schrift enthält, die nicht anderweitig als HTML-Text auf der Seite verfügbar ist, sollte der Alt-Text diese Informationen widerspiegeln.

  • Bilder mit Navigationsfunktion:
    Wenn ein Bild als Link dient, sollte der Alt-Text klar machen, wohin dieser führt.

  • Logos und Icons mit Funktion:
    Falls Logos oder Icons eine Bedeutung für die Navigation oder Identität der Seite haben, sollten sie beschrieben werden.
  • Illustrationen mit erzählerischem Wert:
    Falls eine Illustration eine Geschichte erzählt oder einen Beitrag ergänzt, sollte der Alt-Text diesen Kontext aufnehmen.

Hinweis:
Nicht relevante Bilder sind rein dekorative Bilder ohne informativen Mehrwert, z. B. Hintergrundbilder oder Gestaltungselemente. Diese sollten mit alt="" ausgezeichnet werden, um Screenreader-Nutzer nicht zu stören.

2. Beschreibung des Bildes:

Schreiben Sie klare, kontextspezifische Alternativtexte mit sinnvollen Keywords.

  • Schlechter Alt-Text: "Hund"
  • Guter Alt-Text: "Golden Retriever spielt mit einem roten Ball auf einer grünen Wiese"

Vermeiden Sie ungenaue, generische Beschreibungen und konzentrieren Sie sich darauf, die wichtigsten Merkmale des Bildes kurz und verständlich darzustellen.

3. Technische Einbindung:

Nutzen Sie den HTML-Code zur Implementierung:

<img src="bild.jpg" alt="Beschreibung des Bildinhalts">
    

4. Überprüfung im Browser und Quelltext:

Nutzen Sie kostenlose Tools wie Lighthouse oder WAVE, um Ihre Umsetzung technisch zu prüfen und Fehler direkt zu korrigieren.

  • Lighthouse (Google Chrome):
  1. Webseite in Chrome öffnen
  2. Rechtsklick → „Untersuchen“ (F12 drücken)
  3. Tab „Lighthouse“ wählen → „Barrierefreiheit“ testen
  4. Optimierungsvorschläge beachten
  • WAVE (Web Accessibility Evaluation Tool):
  1. Auf wave.webaim.org gehen
  2. URL eingeben und „WAVE ausführen“ klicken
  3. Fehlende oder problematische Alt-Texte analysieren

Weiterführende Informationen, wie Sie Alternativtexte prüfen können, finden Sie auch auf der Webseite des BIK – barrierefrei informieren und kommunizieren.

Diese Tools helfen Ihnen dabei, die Barrierefreiheit und SEO-Qualität Ihrer Bilder kontinuierlich zu verbessern.

Für eine ganzheitliche Umsetzung empfehlen wir zusätzlich unsere Checkliste für barrierefreies Webdesign, die Ihnen hilft, alle relevanten Aspekte im Blick zu behalten – nicht nur bei Bildern.

Investieren Sie in Alt-Tags – es lohnt sich

Alt-Tags sind weit mehr als ein technisches Detail. Sie sind der Schlüssel zu echter Barrierefreiheit und ein unterschätzter Hebel für bessere Sichtbarkeit in Suchmaschinen

Wer sie strategisch einsetzt, schafft nicht nur ein inklusiveres Nutzererlebnis, sondern verbessert auch nachhaltig die SEO-Leistung seiner Website.

Geben Sie Ihren Bildern eine Stimme – durch präzise, durchdachte Alternativtexte, die sowohl Menschen als auch Maschinen verstehen. Es ist ein kleiner Aufwand mit großer Wirkung – für Ihre Nutzer, Ihre Reichweite und Ihre digitale Präsenz.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ein leeres HTML Alt-Attribut (alt="") signalisiert Screenreadern, dass das Bild keine inhaltlich relevante Information enthält. Dies ist sinnvoll für dekorative Bilder, Trennelemente oder Hintergrundgrafiken, die keine zusätzliche Bedeutung für den Inhalt der Seite haben.
Ein Alt-Tag sollte so kurz wie möglich, aber so aussagekräftig wie nötig sein. Eine Länge von maximal 125 Zeichen wird empfohlen, da viele Screenreader längere Alt-Tags möglicherweise abschneiden.
Ja, Alt-Tags sind ein fester Bestandteil technischer Suchmaschinenoptimierung. Sie liefern Suchmaschinen wertvolle Informationen über den Bildinhalt und tragen dazu bei, Inhalte besser zu indexieren – insbesondere für die Bildersuche. Korrekt eingesetzte Alt-Texte verbessern nicht nur die Auffindbarkeit Ihrer Website, sondern stärken auch deren inhaltliche Relevanz und Nutzerfreundlichkeit.
Ist Ihre Website barrierefrei?
Jetzt kostenlosen Accessibility Audit von unseren Spezialisten anfordern.
Beratung vereinbaren

Über den Author

xperients digitalagentur serhat
Serhat Kaya
Serhat Kaya ist Managing Partner von XPERIENTS und Spezialist für SEO-Strategien und LinkedIn-Marketing. Mit 15 Jahren Erfahrung in der Tech- und Werbebranche versteht er, dass Online-Erfolg mehr erfordert als nur gute Rankings – es geht um Sichtbarkeit, Relevanz und nachhaltige Wirkung. Er verbindet tiefgehendes technisches SEO-Know-how mit strategischem Weitblick und nutzt LinkedIn nicht nur als Social-Media-Plattform, sondern als mächtiges Tool für Reichweite, Autorität und Leadgenerierung. Sein ganzheitlicher Ansatz hilft Unternehmen, sich digital nicht nur besser zu positionieren, sondern ihre Marktpräsenz langfristig zu dominieren.

Insights

Weitere Artikel
chevron-downchevron-right